Renate & Günter Braun

Nübbel


Die Gemeinde Nübbel liegt zentral in Schleswig-Holstein direkt an der Eider und am Nord-Ostsee-Kanal.
Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1331.
Die Eider hat die Entstehung und die Entwicklung des Ortes maßgeblich beeinflusst. Nübbel ist eines der ältesten Dörfer am südlichen Eiderbogen. Wie aus archäologischen Quellen geschlossen werden kann, lag hier schon in der Frühzeit ein von hohen Wällen eingeschlossener Wikingerhafen, der über die Eider Verbindung zum offenen Meer hatte.
Neben dem Ackerbau und der Weidewirtschaft waren Schifffahrt und Schiffbau frühzeitig für den Ort bestimmend. Nach Fertigstellung des Eiderkanals nahm der Verkehr mit Segelschiffen zwischen Ost und Nordsee einen bedeutenden Umfang an. Infolgedessen siedelten sich in Nübbel mit Beginn des 19. Jahrhunderts kleinere Schiffswerften an. Zu voller Blüte gelangte dieser Gewerbezweig in den Jahren 1840 bis 1880. Sieben Schiffswerften zählte Nübbel zu dieser Zeit, ehe die eisernen Schiffe aufkamen und mit dem Bau des Nord-Ostsee-Kanals der Verkehr auf dem Eiderkanal aufhörte. Der letzte Stapellauf eines Holzschiffes fand 1914 statt.
Bis dahin waren 60 bis 80 Arbeitskräfte ganzjährig im Schiffbau beschäftigt, was sich auf Handel und Handwerk im Ort positiv auswirkte. Dieser Gewerbezweig ging danach allmählich zurück, wurde jedoch noch bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges ausgeübt.
Die Bedeutung der Kanalschifffahrt für Nübbel belegt das Segelschiff im Wappen. Der silberne Wellenbalken in Grün bildet die Eider bzw. den Eiderkanal zwischen den angrenzenden Feldern und Wiesen ab.
Heute hat Nübbel ca. 1585 Einwohner. Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe hat sich auf sieben reduziert.